Geschichte der VDM

imagesGUXS0W43Die VDM Metals GmbH (vormals Vereinigte Deutsche Metallwerke) mit Sitz in Werdohl ist ein Hersteller korrosionsbeständiger, hitzebeständiger und hochwarmfester Nickellegierungen, Titan- und Zirkoniumlegierungen sowie hochlegierter Sonderedelstähle. Das Unternehmen ging 2012 im Rahmen des Verkaufs der Edelstahlsparte durch ThyssenKrupp an den finnischen Edelstahlhersteller Outokumpu und firmierte zeitweise unter Outokumpu VDM; Seit dem 1. März 2014 gehört VDM jedoch wieder zum ThyssenKrupp-Konzern und firmiert seitdem unter dem Namen VDM Metals GmbH.

Das Unternehmen ist auf die Herstellung metallischer Werkstoffe spezialisiert, die Anwendung in der chemischen Prozessindustrie, der Öl- und Gasindustrie, in der Luftfahrt, im Automobilbau und der Elektronik/Elektrotechnik finden. Das Fertigungsprogramm umfasst Bleche, Bänder, Folien, Drähte, Stangen, Röhrenvormaterial, Schmiedeteile und Schweißzusatzwerkstoffe.

VDM Metals unterhält Produktionsstätten in Unna (Schmelzwerk), Altena (Blech/ Stangenfertigung) und Werdohl (Verwaltung/ Draht/ Bandfertigung), Essen und Siegen. Das Unternehmen beschäftigt etwa 1.600 Mitarbeiter.

Geschichte

Ursprünge

Die ursprüngliche Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM) entstand 1930 durch die Übernahme der Heddernheimer Kupferwerk und Süddeutsche Kabelwerk AG in Frankfurt durch die Berg-Heckmann-Selve AG in Altena. Der Zusammenschluss geschah auf Initiative der Metallgesellschaft, die seit 1893 Hauptaktionärin der Heddernheimer Kupferwerke war und auch die Mehrheit der neuen Unternehmensgruppe übernahm. Die Weltwirtschaftskrise hatte eine Konsolidierung der bislang konkurrierenden Unternehmen erzwungen.

Das neue Unternehmen verfügte über ein Grundkapital von 30 Millionen Reichsmark und besaß Niederlassungen und Fertigungsstätten in Heddernheim, Gustavsburg, Mannheim, Nürnberg, Köln sowie in Altena, Werdohl und Duisburg. Die Konzernunternehmen blieben unter ihrem bisherigen Namen selbständig (z. B. Heddernheimer Kupferwerk GmbH), jedoch wurde das Produktionsprogramm nach Werkstoffgruppen auf die einzelnen Werke neu verteilt.

Im März 1934 verlegten die VDM ihren Firmensitz nach Frankfurt am Main. Die beginnende Aufrüstung der Wehrmacht erhöhte die Nachfrage nach Leichtmetallerzeugnissen sprunghaft. Bis 1939 stieg die Zahl der bei VDM Beschäftigten auf 21.000, vor allem durch die Fertigung von Verstellpropellern für Flugzeuge der Luftwaffe.

Nach 1945

Wegen der großen Bedeutung der VDM für die Kriegswirtschaft wurden im Zweiten Weltkrieg fast alle Gebäude und Fabrikeinrichtungen bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main stark zerstört. Mit Kriegsende brach auch die Produktion völlig zusammen, alle Werke wurden auf Anweisung der Alliierten stillgelegt und z. T. demontiert. Erst 1946 begann der allmähliche Wiederaufbau und der Umstieg auf zivile Produktion. Anfang der 1950er Jahre war VDM zum weltweit größten Hersteller und Vertreiber von Roh-, Halb- und Fertigerzeugnissen aus Nichteisenmetallen und -Legierungen geworden. Der Aufschwung fand seinen Höhepunkt im Geschäftsjahr 1960/61. Danach verlor das Unternehmen kontinuierlich Marktanteile.

Die Krise nach 1966

Bereits für 1966/67 konnte keine Dividende mehr ausgeschüttet werden. Eine wesentliche Ursache für die Schwierigkeiten war die zersplitterte Unternehmensstruktur aus sechs eigenständigen Gesellschaften, die keine einheitliche Strategie und Investitionen erlaubten. 1969 wurden die bisherigen Werke zu sieben Geschäftsbereichen zusammengefasst
Kupfer und Kupferlegierungen, Werdohl (Werke Werdohl, Frankfurt, Duisburg und Nürnberg) Leitmaterial, Mannheim (Werke Frankfurt und Gustavsburg)
Fertigteile, Frankfurt am Main (Werke Frankfurt, Aschaffenburg und Nürnberg)
Nickel und Sonderwerkstoffe, Altena (Werke Altena und Duisburg)
Leichtmetall, Frankfurt am Main (Werke Frankfurt, Nürnberg und Werdohl)
Kunststoffverarbeitung, Frankfurt am Main (die frühere Continentale Metall GmbH)
Verpackung, Nürnberg (Werk Nürnberg)

Trotz der Umstrukturierung und einiger Übernahmen in den siebziger Jahren gingen die Umsätze weiter zurück. Das Unternehmen reagierte darauf mit Rationalisierungsmaßnahmen, einer Neuausrichtung der Produktionsstrategie, dem Verkauf einzelner Unternehmensanteile und der Stilllegung unrentabler Produktionen. Dadurch ging die Beschäftigtenzahl von 14.200 (1970) auf 6.700 im Jahr 1979 zurück. Nach einer dramatischen Verschlechterung der Ergebnisse im Geschäftsjahr 1980/81 wurde das Stammwerk in Frankfurt-Heddernheim nach 129 Jahren zum 31. März 1982 geschlossen. Die letzten 1.700 Arbeitsplätze gingen verloren. In den Folgejahren trennte sich die VDM schrittweise von allen verbliebenen Produktionsstätten und Beteiligungen und firmierte 1988 in MG Vermögensverwaltung AG um.

Auf dem mehrere Quadratkilometer großen Werksgelände in Frankfurt-Heddernheim und Frankfurt-Niederursel entstanden nach einer umfassenden Bodensanierung die neuen Stadtviertel Riedwiese und Mertonviertel. Das ehemalige Nürnberger VDM-Gelände im Stadtteil Schweinau geriet Mitte der 80er Jahre in die Schlagzeilen, als die Stadt Nürnberg trotz massiver Kritik den Abriss der denkmalgeschützten Jugendstilbauten genehmigte, um den Weg zur Errichtung eines Baumarkts in Flachdachbauweise zu ebnen [3].
Entwicklung seit 1988

1988/89 übernahm die damalige Krupp Stahl AG zunächst ein Drittel, später 100 Prozent der Anteile an der VDM Nickel-Technologie AG. Dieser Unternehmensbereich war aus dem Zusammenschluss der Werke Werdohl und Altena zum Geschäftsbereich Nickel im Jahr 1974 hervorgegangen. In den Folgejahren hatte Krupp VDM – wie sich das Unternehmen fortan nannte – zunächst die Precision Rolled Products (PRP) mit Produktionsstandorten in Florham Park (New Jersey) und Reno (Nevada) und zum 1. Oktober 2009 die Aktivitäten der Schwestergesellschaft ThyssenKrupp Titanium übernommen. VDM war fortan Teil der Sparte Edelstahl von ThyssenKrupp.

Nach Verkauf der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp an Outokumpu im Dezember 2012 gehörte auch VDM zu Outokumpu und firmierte zeitweise unter Outokumpu VDM. Im Rahmen der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung machte die Europäische Union allerdings zur Auflage, die italienische Acciai Speciali Terni (AST) an einen Dritten zu veräußern. Nachdem im Laufe des Jahres 2013 kein Käufer für AST zu finden war, wurde Ende November 2013 angekündigt, AST gemeinsam mit VDM wieder im ThyssenKrupp-Konzern zu integrieren. Seit dem 1. März 2014 gehört VDM wieder zum ThyssenKrupp-Konzern.[5]

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